Zur Geschichte des Zürcher Bach Chors

Gegründet wurde der Zürcher Bach-Chor 1947. Als "oberste Aufgabe" wurde "die sorgfältige Erarbeitung und Aufführung von Chorwerken Joh. Seb. Bachs" definiert. Diesem Grundsatz der Bachpflege ist der zbc in seinen ersten Jahren mit bemerkenswerter Konsequenz treu geblieben. Bis 1963 hatten die beiden Leiter – zunächst Alber E. Kaiser und seit 1951 Bernhard Henking – bis auf wenige Ausnahmen ausschliesslich Bach-Werke auf die Konzertprogramme gesetzt.

 

Bernhard Henking
leitete den zbc von
1951-1972

Peter Eidenbenz
ist Leiter des zbc
seit 1972

 

Ab 1963 erweiterte sich der stilistische Rahmen des Chors dann allmählich. Als Peter Eidenbenz 1972 die Leitung des zbc übernahm, wurde der Repertoire-Ausbau, auch hin zu Werken des 20. Jahrhunderts, noch markanter. Davon zeugen z.B. die Aufführungen von Strawinskys Messe für Chor und Doppelbläserquintett (1972), Paul Hindemiths "Flieder-Requiem" (1977 und 2003), Krzyzsztof Pendereckis "Te Deum" (1986), Leos Janáceks "Glagolitische Messe" (1988), Frederick Delius' "Late Swallows" (1997), Lili Boulangers Psalm 130 "Du fond de l'abime" (1997) oder Benjamin Brittens "War Requiem" (2002).

Bereits unter Bernhard Henking realisierte der zbc zwei Konzerte mit dem Tonhalle Orchester Zürich. Diese Zusammenarbeit wurde nach der Wahl von Peter Eidenbenz intensiviert und führte zeitweise zu einem äusserst fruchtbaren gegenseitigen Austausch. Einerseits spielte das Tonhalle Orchester in den meisten Konzerten des zbc, andererseits wurde der zbc für Einsätze in Konzerten der Tonhalle-Gesellschaft engagiert.
So sang der zbc im Rahmen von Konzerten der Tonhalle-Gesellschaft zum Beispiel Beethovens 9. Sinfonie (unter Christoph Eschenbach, Hiroshi Wakasugi und David Zinman), das Mozart-Requiem (unter Christoph Eschenbach), das Verdi-Requiem (unter Gerd Albrecht) sowie unter der Leitung von Peter Eidenbenz mehrere neuere Werke u.a. "Das Jahr" von Willy Burkhard, Paul Hindemiths "Fliederrequiem", Benjamin Brittens "War Requiem", "La Danse des morts" von Arthur Honegger und Rolf Urs Ringgers "Mittagsklänge" als Uraufführung.

Die Einsätze in Konzerten der Tonhalle-Gesellschaft endeten 1997, als diese einen eigenen Chor gründete. In seinen Konzerte arbeitet der zbc jedoch weiterhin mit dem Tonhalle-Orchester zusammen.
Weitere wichtige Konzertpartner sind die basel sinfonietta, die sich durch die Aufführung spektakulärer ungewöhnlicher Programme auf hohem Niveau auszeichnet, das Zürcher Kammerorchester, das Musikkollegium Winterthur und das Orchester des Collegium musicum Luzern.

Unter Peter Eidenbenz ging der zbc auch mehrmals auf Konzertreisen zum Beispiel mit Bachs h-moll-Messe nach Paris, Autun, Bologna, Budapest, Basel, Liestal und 1988 an das Bachfest Schaffhausen; mit Beethovens Missa solemnis nach Solothurn; mit gemischten Programmen nach Rheinau, Schwyz, Zug oder Fischingen; mit Mozarts Requiem nach Interlaken und 2005 nach Serbien.